Ein Traum wird wahr – erster afrikanischer Investor an Bord

Jan 28, 2021
benrg260

Ablehnung von Hilfsgeldern zahlt sich endlich aus. Diese Investition ist mehr als nur finanzielle Unterstützung.

Nach 10 Jahren der Ablehnung von westlichen Hilfsgeldern, gut gemeinten Impact Investments und der schlichten Weigerung Teil des Systems zu werden, das für die traurige Sicht auf Afrika verantwortlich ist, geht ein Traum in Erfüllung. Ein Anruf vom Germany Africa Business Forum, GABF, im Dezember 2019 war der Anfang einer große Hoffnung. Durch einen Artikel in BrandEins wurde das GABF auf unser “Social Biogas Business” aufmerksam und bat mir an, mich mit Investoren zu verbinden. Ich stimmte zu, mit einer Bedingung: es mussten afrikanische Investoren sein. Ich konnte nicht glauben, dass das GABF genau das tat, nämlich vielversprechende deutsche Energieunternehmen, die auf dem afrikanischen Markt arbeiten, mit afrikanischen Investoren zu verknüpfen. Ich weiß, dass dies für die meisten Menschen im globalen Norden unrealistisch klingt, denn jahrzehntelange Fehlinformationen haben ein Bild des globalen Südens – und seiner Bewohner – konstruiert, das von Schwäche, Abhängigkeit und Hilflosigkeit spricht. Von diesem Bild genährt, haben westliche Interventionen in Afrika die lokalen Ökonomien durch die unvorsichtige Zuweisung von Ressourcen destabilisiert und provoziert, was zu schweren Marktverzerrungen und einer sehr schlechten Verhandlungsposition für ernst gemeinten Handel führt.

Um mit dieser Sicht auf Afrika zu brechen, habe ich bis jetzt mit schmerzlicher Konsequenz jegliche westliche Finanzierungen abgelehnt und gleichzeitig ein Biogasunternehmen aufgebaut, das statt dessen einen nachhaltigen und würdigen Handel aufbaut, der alle Beteiligten bereichert und das Klima rettet.

Vor genau 1 Jahr, im Januar 2020, durchquerten unsere Partner Michael Nganga für Kenia, Pride Ebile für Kamerun und ich das Land für ein Treffen mit unserem potenziellen Investor. Mir war bekannt, dass NJ Ayuk der Gründer der Pan-African Law Group Centurion, Executive Chairman der African Energy Chamber und Gründer des GABF ist. Ich wusste, dass er eine erstaunliche Karriere als Anwalt hinter sich hat und mit seiner herausragenden Stellung im afrikanischen Energiesektor einer der einflussreichsten Afrikaner ist. Doch alles über seine wunderbare Persönlichkeit erfuhr ich in einem Satz am Ende unseres 1,5-stündigen Gesprächs: “Katrin, (B)energy ist nicht nur ein Unternehmen, das ist eine Bewegung! Count me in.” Er hatte das Ziel von (B)energy nicht nur mit seinen scharfen Sinnen verstanden, sondern auch mit seiner starken und entschlossenen panafrikanischen Seele, und heute bin ich mehr als geehrt, ihn und sein Team den ersten afrikanischen Investor von (B)energy zu nennen. Sie sind diejenigen, die die Führung übernehmen. Sie sind diejenigen, die zeigen, dass es Afrikaner sein müssen, die über die zukünftige Entwicklung Afrikas entscheiden; dass es Menschen vom Kontinent sein sollten, die die erste Chance bekommen, zu investieren und daran auch mitzuverdienen.

Es ist Zeit für eine neue Perspektive und ich danke NJ Ayuk, Jessica Stang, Verner Ayukegba, SebastianWagner, Oneyka, Zion und allen in den Teams von EEC, AEC und Centurion, die an (B)energy glauben. Ihr Vertrauen ist mehr wert als alles Geld, das ich in den letzten 10 Jahren abgelehnt habe. Ich hoffe, dass wir mit dieser Partnerschaft mit gutem Beispiel vorangehen können, das ein dringend benötigtes Umdenken in Gang setzt – hier und dort!